Verein für Herdengebrauchshunde

Süd- und Osteuropas

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Der Tornjak ist der Vertreter der Herdenschutzhunde aus Bosnien Herzegowina und Kroatien. Seine ursprüngliche Aufgabe bestand darin, Schafherden vor Wölfen und anderen Beutegreifern zu schützen. Teilweise ist er hierfür auch heute noch zuständig. Meist wird er aber als Bewacher von Haus und Hof gehalten und erlangt überdies zunehmende Beliebtheit als Familienhund.

Erstmals im 11. Jahrhundert handschriftlich erwähnt, wäre er mit dem Rückgang der Wanderschäferei fast ausgestorben. 1972 wurde damit begonnen, die Restbestände zu erfassen um Ende der 70er Jahre mit der modernen Reinzucht zu beginnen.  Seine nationale Anerkennung erhielt der Tornjak 1981 durch den Jugoslawischen Kynologischen Verband. Seit 2006 ist er durch den FCI nun auch international anerkannt. Er ist mit der Standard-Nr. 355 der FCI-Gruppe 2 zugeordnet.

Charakter:

Seiner Bestimmung als Herdenschutzhund folgend, schützt der Tornjak in ständiger Bereitschaft unbestechlich das ihm anvertraute Eigentum. Außerhalb seines Territoriums zeigt er sein feines Gespür für Sozialverhalten. Fremden gegenüber verhält er sich zurückhaltend bis gleichgültig. Gut geprägt und sozialisiert reagiert er in aller Regel eher freundlich, und seine Aggressionsbereitschaft ist (im Vergleich zu anderen Herdenschutzhunden) sehr gering.

Im Umgang mit seiner Bezugsperson ist der Tornjak anhänglich und ergeben. Emotional liebevoll reagiert er auch auf Personen aus der Familie und dem näheren Bekanntenkreis.

Der Tornjak lernt sehr schnell und behält das Erlernte lange in seinem Gedächtnis. Zugeteilte Aufgaben führt er, wenn sie ihm sinnvoll erscheinen, freudig aus. Durch seinen angeborenen Hang zur Eigenständigkeit kostet es jedoch manchmal etwas Mühe, ihn von dem Sinn einer Sache zu überzeugen. Mit einer konsequenten, einfühlsamen Erziehung sowie einer gut aufgebauten Bindung eignet sich der Tornjak aber allemal als alltagtauglicher Familienhund.

Erscheinungsbild:

Der Tornjak ist ein großer, kraftvoller Hirtenhund, gut proportioniert und beweglich. Der Knochenbau ist nicht leicht, aber keinesfalls grob oder schwer. Im Stand und in der Bewegung ist er harmonisch und gut ausbalanciert.

Sein Haarkleid ist lang und dicht, mit bunten Flecken oder Mänteln, wobei alle Farben erlaubt sind. Die Grundfarbe ist im Allgemeinen weiß.

Der Kopf ist mäßig breit (nicht schmal), länglich gedehnt, mit schwach ausgeprägtem Stop. Der Kiefer ist lang und kräftig. Die Augen sind mandelförmig, mit eng anliegenden Lidern. Die dreieckigen Hängeohren sind von mittlerer Größe, eher hoch angesetzt und dicht am Kopf getragen.

Die Rute ist reichlich befedert, mittelhoch angesetzt und lang. Im Ruhezustand hängt sie nach unten. Bei Aufregung oder in der Bewegung wird sie immer über Rückenniveau getragen, was für die Rasse charakteristisch ist.

Größe:

Rüden: 65 – 70 cm

Hündinnen: 60 – 65 cm

Mit einer Toleranz von +/- 2 cm

 

 

 

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